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  • Spam und Experten

    Hallo Community,

    gerade las ich diesen Artikel auf Golem: Studie: E-Mail-Nutzer mögen Spam - Golem.de und während der Lektüre merkte ich irgendwann, wie meine Kinnlade mitsamt meinen Gesichtszügen unsanft auf der Tischkante aufsetze.
    Anscheinend ist heute jeder Sicherheitsexperte. Eine solche Auffassung erstaunt mich nicht, aber dass sie diese Ausmaße annimmt, das lässt mich doch frösteln. Besonders diejenigen, die die Anhänge öffnen, die Links anklicken und sogar Antworten auf Spammails schreiben und dann die Verantwortung zum Bezwingen der Spam- und Virenflut auf die AntiViren-Software als Ersatz für Vernunft und Gewissen schieben, haben mich ehrlich verblüfft. Es sind also nicht bloß die Naiven, es sind vor allem die Dummen oder wie soll man das bloß auffassen?

    Habt ihr da Erfahrungen mit selbsternannten Sicherheitsexperten? Bisher hatte ich eher den Eindruck, dass die Leute sich selbst tendenziell alle als Computer-DAUs bezeichnen und die Expertisen-Überschätzung eher im Gewerbe des modernen computergetriebenen Grafikdesigns (WordArt etc.) verbreitet ist. Anscheinend trifft dies aber auf eine weitaus größere Personengruppe zu, als gedacht.
    Refining Linux: “Performing Push Backups – Part 1: rdiff-backup


  • #2
    Irgendwie erschreckend...
    Wobei, wenn ich ehrlich sein soll, eigentlich muss ich mich sogar zu den 43% zählen...drei, vier Mal im Jahr mach ich mir den Spaß und les' mir den Mist durch, den die in den Mails verzapfen.
    Anhänge sind allerdings tabu, wenn ich den Absender nicht kenne, wobei es bisher, meines Wissens, kein Virus per Mail auf meinen Rechner gschafft hat, da die bisher sehr zuverlässig von meinem Mailserver ausgefiltert und gar nicht erst zugestellt wurden.
    actra.development - Zend Certified Engineer for PHP5 - actra-oss @ github

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    • #3
      Zitat von G.Schuster Beitrag anzeigen
      Irgendwie erschreckend...
      Wobei, wenn ich ehrlich sein soll, eigentlich muss ich mich sogar zu den 43% zählen...drei, vier Mal im Jahr mach ich mir den Spaß und les' mir den Mist durch, den die in den Mails verzapfen.
      Anhänge sind allerdings tabu, wenn ich den Absender nicht kenne, wobei es bisher, meines Wissens, kein Virus per Mail auf meinen Rechner gschafft hat, da die bisher sehr zuverlässig von meinem Mailserver ausgefiltert und gar nicht erst zugestellt wurden.
      naja bei 3-4 mails im jahr bin ich mir auch nicht sicher, obs nun spam ist oder nicht, da ich auch nicht immer die adressen der leute kenne die wirklich mal schreiben. Aber thunderbird bietet ja zum glück die nette funktion, erstmal sämtliche mails als reine textmails anzeigen zu lassen, sodass die spammer keine möglichkeit haben irgendwie zu erkennen ob die spams geöffnet wurden oder nicht... Links folgen ist allerdings tabu - genauso wie anhänge.#

      edit: interessant ist übrigens wie schnell so ne adresse die runde macht - ich hab spasseshalber mal auf meine domain ne testadresse angelegt und bei einem einzigen gewinnspiel (übers netz gefunden) eingetragen.
      Am anfang kam kein spam. so nach ner woche fings langsam an mit 2-3 pro tag.
      Nach 1 monat hat sich das schon auf 20-30 vervielfacht, und nach 2 monaten war ich bei 150 am tag, da hab ich dann die adresse gelöscht

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      • #4
        @Topic

        Aus drei Jahren Ausbildung in einem mittelständischen IT-Unternehmen kann ich nur die gleiche Bilanz ziehen. Und im Job wird es dann nicht unbedingt besser. Nur das "WTF?!" wird langsam (ganz langsam) kleiner, (Un-)Verständnis und Reaktionszeit wachsen dementsprechend.

        @Screeze

        Sehr schöne Feldstudie, Danke dafür.
        You know, my wife sometimes looks at me strangely. „Duncan“, she says, „there's more to life than Solaris“. Frankly, it's like she speaks another language. I mean, the words make sense individually, but put them together and it's complete nonsense.

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        • #5
          Eine ähnliche "Feldstudie" betreibe ich seit geraumer Zeit - ich lege für viele Seiten einfach neue Adressen an, das hat gleichzeitig den Vorteil, dass ichs im Mailprogramm besser sortieren kann.
          Wenn dann zb. plötzlich Mails auf php.de@... kommen, die mir weißmachen wollen, ich hätte mich angemeldet, dann muss ich doch immer wieder schmunzeln, wie dämliche manche Adresskäufer sind.
          Da ich solche Adressen dann auch konsequent nur auf den entsprechenden Seiten einsetze stünden die Chancen glaube ich recht gut, den gleich beim ersten Spam ordentlich eins über den Deckel zu ziehen.
          actra.development - Zend Certified Engineer for PHP5 - actra-oss @ github

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          • #6
            Für Impressumsseiten bin ich seit längerem dazu übergegangen, eine E-Mail-Adresse zu nutzen, die z.B. so aussieht: emYYYYMMDD@example.com, also z.B. für heute em 20100326@example.com. Diese leitet dann auf meine wirkliche E-Mail-Adresse um und wenn die Impressums-Adresse irgendwann mal vollgespamt werden sollte, lösche ich sie und lege eine neue an. Für jedes Impressum nutze ich natürlich eine andere Adresse. So kann ich einerseits Mail-Address-Collector-Schutzmaßnahmen evaluieren, weil ich immer sehen kann, an welche Adresse der Spam gegangen ist und wie lange es gebraucht hat, bis Spam an diese Adresse gesandt wurde (Startdatum der Adresse ist in dieser selbst ja enthalten). Außerdem ist sicher gestellt, dass ich eine Adresse nicht zweimal nutze, weil sich ein Datum generell nicht wiederholt.
            Meine Haupt-Adresse habe ich übrigens irgendwann einmal bei KnujOn eingetragen, woraufhin sich der Spamversand an diese Adresse auf 0 reduziert hat. Bisher ist das bis auf ein paar Ausnahmen so geblieben. Im Internet sollte die auch nirgendwo zu finden sein, sie könnte höchstens noch in irgendwelchen alten Spam-Datenbanken gammeln, die nicht oder kaum genutzt werden.
            Refining Linux: “Performing Push Backups – Part 1: rdiff-backup

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            • #7
              Gefragt nach der Verantwortlichkeit für die Bekämpfung von Viren und anderer Schadsoftware erklärten zwei Drittel der Befragten, sie liege bei den Internet- und E-Mail-Providern.
              Da wunderts auch niemanden mehr, wenn der Staat immer mit technischen Lösungsansätzen vorprescht. Der Bürger will das ja, und zwar wirklich..
              --

              „Emoticons machen einen Beitrag etwas freundlicher. Deine wirken zwar fachlich richtig sein, aber meist ziemlich uninteressant.
              Wenn man nur Text sieht, haben viele junge Entwickler keine interesse, diese stumpfen Texte zu lesen.“


              --

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              • #8
                Öhm...seit wannsind Internet- und eMail-Provider staatlich?
                Du machst es dir grade ein bisschen arg einfach.
                Solltest du das nicht gemeint haben war dein Zitat fehl am Platz.
                actra.development - Zend Certified Engineer for PHP5 - actra-oss @ github

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                • #9
                  Der Bürger will beschützt und fremdbestimmt werden. Der Staat greift das auf und versucht technisch zu regulieren, wo er nur kann. Ich erkenne da durchaus Parallelen.
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                  „Emoticons machen einen Beitrag etwas freundlicher. Deine wirken zwar fachlich richtig sein, aber meist ziemlich uninteressant.
                  Wenn man nur Text sieht, haben viele junge Entwickler keine interesse, diese stumpfen Texte zu lesen.“


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                  • #10
                    Weil ein Bürger gerne einen gwissen Schutz - hier in Form von Filterung durch den Anbieter - wünscht heißt das nicht, dass ein Staat gesetzgeberisch das Gleiche machen soll.
                    Ein gutes Beispiel, wo der Statt mal wieder voll über das Ziel hinausschießt ist das Verkaufsverbot für Alkoholika nach 22 Uhr.
                    Warum darf ein mündiger, nach Gesetzt volljähriger, Bürger nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr kaufen?
                    Ich stelle die Frage jetzt mal rein rhetorisch, denn eine Beantwortung würde uns nun glaube ich zu weit vom ursprünglichen Thema abbringen.
                    actra.development - Zend Certified Engineer for PHP5 - actra-oss @ github

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                    • #11
                      Da gibt es neben der DE-Mail auch noch diverse Verordnungen, was das Installieren eines Virenschutzes angeht etc. Darüberhinaus will die EU jetzt China spielen und alle potentiell illegalen Inhalte sperren. Dann wären wir doch alle gleich viel sicherer und könnten getrost wieder die virenverseuchten Anhänge irgendwelcher Viagra-Mails öffnen, denn ich habe einen Virenschutz installiert, folglich kann mir doch gar nichts mehr passieren und das wirklich Gefährliche ist doch blockiert, oder nicht? Der Staat sagt, man wird in die Verantwortung genommen, wenn der PC keine Antiviren-Software besitzt und virenverseucht Schaden anrichtet. Das heißt doch im Umkehrschluss, dass mit einem Virenschutz alles in Bester Ordnung ist. Virenschutz drauf und ZACK! muss man nicht mehr denken. Das übernimmt der ja.
                      So sieht es aus. Leider…
                      Refining Linux: “Performing Push Backups – Part 1: rdiff-backup

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                      • #12
                        Weil ein Bürger gerne einen gwissen Schutz - hier in Form von Filterung durch den Anbieter - wünscht heißt das nicht, dass ein Staat gesetzgeberisch das Gleiche machen soll.
                        Und nur weil Du und ich das erkannt haben, heisst das nicht, dass unsere Politiker sich nicht trotzdem in der Verantwortung sehen. Aktionismus zur Rechtfertigung des eigenen Daseins nennt sich das. Oder Kontrollwahn. Denn eine Selbstregulierung kann ja nicht funktionieren... gesetzfreier Raum und so.
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                        „Emoticons machen einen Beitrag etwas freundlicher. Deine wirken zwar fachlich richtig sein, aber meist ziemlich uninteressant.
                        Wenn man nur Text sieht, haben viele junge Entwickler keine interesse, diese stumpfen Texte zu lesen.“


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                        • #13
                          Gut, wenn man es von dieser Seite betrachtet ist das allerdings was anderes.
                          Deine ursprüngliche Aussage hat mir vermittelt, dass die Bürger derart tiefe Einschnitte von staatlicher Seite wünschen würden.
                          Dass (viele, nicht alle!) Politiker sich selbst am liebsten als Pinups sehen ist ja nun nichts Neues
                          actra.development - Zend Certified Engineer for PHP5 - actra-oss @ github

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