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3,46: Gemeinschaftswerk und Schulterschluss

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  • 3,46: Gemeinschaftswerk und Schulterschluss

    3,46:
    „Ich werde die Welt nachträglich verändern!”, schrie das Neugeborene und sprang aus dem dritten Stock. Als es unten aufschlug, berichtete nur noch eine kleine Lokalzeitung von dem Vorfall.

    Grübelnd stand der Weihnacksmann vor dem Haus, in dem das Unglück passiert war, und dachte angestrengt nach, welches Geschenk er den Bewohnern dieses Jahr machen könnte. Nein, eigentlich dachte er gar nicht mehr darüber nach. Seine Gedanken waren mittlerweile weit abgeschweift und er überlegte fieberhaft, weshalb ihm dieses Ereignis so bekannt vorkam. Irgendwo hatte er das schon einmal erlebt, doch er kam nicht darauf, wo. Es war ein verflixtes Déja-vu-Erlebnis und es wollte ihm partout nicht einfallen, wieso.
    Erst als seine Wichtelhelfer mit dem Rentierschlitten auf einer Welle aus Licht herannahten, dämmerte es ihm. Ja, nun wusste er, weshalb ihm das alles so bekannt vorkam. Er hatte das schon einmal mit Google Wave erlebt. Erst hoch geflogen und dann tief gefallen, so war es damals gewesen.
    Dabei hatte der Weihnacksmann bereits Planungen angestoßen, die gesamte Korrespondenz und Logistik in die Wave zu verlegen, doch daraus war nichts geworden. Das hatte viel Zeit und Geld gekostet und war eigentlich auch der Grund, warum der Weihnacksmann nun hier stand und immer noch kein Geschenk für die Bewohner dieses Hauses hatte.
    Damals hatte der Weihnacksmann provisorisch auf TitanPad umgestellt, doch stellte sich heraus, dass es auch nicht das Optimum darstellte, wenn Hunderte Wichtel an einem Dokument herumarbeiteten. So praktisch dieses Tool auch war, es war einfach nicht auf geschäftliches kollaboratives Arbeiten im großen Stil ausgelegt. Auch Gobby war praktisch, hierfür aber nicht wirklich geeignet. Der Weihnacksmann nutzte beide Tools weiterhin für kleinere Planungen mit einzelnen Kollegen, aber für die Firma musste etwas anderes her. Bloß was?

    „Cheffe, nu' komm!“, quieckte einer der Wichtel aus dem Schlitten.
    „Grummel…“, grummelte der Weihnacksmann in seinen Bart und ging weiter seinen Gedanken nach.
    „Watisn'n nu'? S'scho'spät!“
    „Jaja“, nuschelte der Alte, beachtete den Wichtel aber nicht weiter.
    „Alta, nu' komm!“, giftete es aus dem Schlitten.
    Langsam wurde der Weihnacksmann ärgerlich. „Was ist denn so dringend? Haben wir es irgendwie eilig?“
    „Ick gloob's nich, da Alde hat's scho' wieda vajessen. Heut' is' doch die Unterredung wegen de' neue Softwähr!“
    Tatsächlich! Das hatte der Weihnacksmann ganz vergessen. Genau das war doch womöglich die Lösung des ganzen Problems. Der IT-Wichtel hatte letztens eine Demo von Novell Pulse gesehen. Dieses Projekt entstand etwa zeitgleich mit Google Wave, war aber mehr auf den praktischen Einsatz in Unternehmen ausgerichtet. Nachdem Google Wave veröffentlicht war, beschlossen die Programmierer von Novell, das Google Wave zugrunde liegende Protokoll für sich zu nutzen und so entstand eine neue Anwendung, welche die Vorteile des Wave-Protokolls und die Ideen von Novell verband. In Novell Pulse lebe Google Wave also weiter, in verbesserter Form, wohlgemerkt. Und eben diese Software sollte nun weiter evaluiert und auf den praxistauglichen Einsatz in der Nordweih24 GmbH untersucht werden. Der IT-Wichtel hatte einen Preview-Account ergattert und wollte seine Erfahrungen nun der Chefetage vorstellen. Das Projekt klang vielversprechend und weit geeigneter für den Enterprise-Einsatz als Google Wave. Sollte dieses Projekt etwa überdauern? „Zuzutrauen wäre es ihm“, hatte der IT-Wichtel gesagt.

    Plötzlich wich alle Schwere von ihm. Behende sprang der Weihnacksmann in den Wagen, fast auf einen der verdutzten Wichtel.
    „Was ist denn nun? Fliegen wir oder wollen wir hier noch Wurzeln schlagen?“, rief der muntere Geselle den verwirrten Wichteln zu, nahm die Zügel in die Hand und schnalzte mit der Zunge. Sofort setzten sich die Rentiere in Bewegung und entschwanden in den abendlichen Himmel in Richtung Nordpol.
    Das alte Haus blieb zurück im roten Brand der winterlichen Sonne. Ein Geschenk hatte der Weihnacksmann immer noch nicht.


  • #2
    Zitat von Nikolaus 2.0 Beitrag anzeigen
    „Ich werde die Welt nachträglich verändern!”, schrie das Neugeborene und sprang aus dem dritten Stock. Als es unten aufschlug, [...]
    Ich hatte immer schon so eine Ahnung, dass der Nikolaus ein ziemlicher Sicko ist ...

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    • #3
      Refining Linux: “Performing Push Backups – Part 1: rdiff-backup

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      • #4
        Mit Wave hätte man das wenigstens zurückspulen können. Warum nur ist die Welt noch nicht digital. Philosophisch würde es erst dann, wenn die Frage aufkommt, wer im Zweifel das Backup einspielt
        --

        „Emoticons machen einen Beitrag etwas freundlicher. Deine wirken zwar fachlich richtig sein, aber meist ziemlich uninteressant.
        Wenn man nur Text sieht, haben viele junge Entwickler keine interesse, diese stumpfen Texte zu lesen.“


        --

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        • #5
          Ja, also Ctrl+Z vermisse ich in der analogen Welt auch manchmal.
          Refining Linux: “Performing Push Backups – Part 1: rdiff-backup

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          • #6
            Wieso schreit das Baby eigentlich „Ich werde die Welt nachträglich verändern!“. Ahnt es schon die nahende Endzeit und will es uns einen Hinweis auf die Wahrhaftigkeit der Reinkarnation geben? Oder konnte es einfach nur noch nicht richtig sprechen und meinte eigentlich „nachhaltig“ oder „nachdrücklich“? Nun, wenn nicht Nachdruck - zumindest ein Abdruck dürfte ihm gelungen sein
            --

            „Emoticons machen einen Beitrag etwas freundlicher. Deine wirken zwar fachlich richtig sein, aber meist ziemlich uninteressant.
            Wenn man nur Text sieht, haben viele junge Entwickler keine interesse, diese stumpfen Texte zu lesen.“


            --

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            • #7
              Keine Ahnung. Wahrscheinlich wollte es die Welt wirklich nachhaltig verändern, aber die Zeugenaussagen haben sich da widersprochen.
              Refining Linux: “Performing Push Backups – Part 1: rdiff-backup

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