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12: David gegen Goliath

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  • 12: David gegen Goliath

    12:
    Der Apache ist mittlerweile der De-facto-Standard für Webserver, doch der über die Jahre fettgewordene Indianer ist nicht in jedem Falle die beste Lösung. Oftmals wird er nur aus Bequemlichkeit genutzt oder „weil alle den nutzen“. Dabei existieren einige interessante Alternativen. Eine recht prominente soll hier vorgestellt werden: Lighttpd.

    Lighttpd (oder auch Lighty) ist ein Webserver, der vor allem auf Performance ausgelegt ist und darüber hinaus durch eine sehr mächtige Konfigurationssyntax besticht. Es sei gleich zu Anfang gesagt: Lighttpd kennt keine .htaccess-Dateien, dafür macht die Arbeit in der Hauptkonfigurationsdatei direkt Spaß, da es sich nicht um reine Direktiven handelt. Stattdessen kennt Lighttpd Conditions und diese sind ein mächtiges Werkzeug. Um einen virtuellen Host anzulegen, muss nicht wie beim Apache mit sperrigen Tagklauseln gearbeitet werden. Stattdessen wird eine Bedingung genutzt:
    Code:
    $HTTP["host"] =~ "^(www\.)?example.com" {
        server.document-root = "/var/www/vhosts/example.com/"
    }
    Innerhalb dieser Conditions können weitere Angaben gemacht werden, wie z.B. das Umschreiben von URLs, das Festlegen von Aliasen, die Konfiguration von FastCGI-Sockets etc.
    Damit wären wir auch schon beim nächsten Thema. PHP wird von Lighttpd natürlich auch unterstützt. Eingebunden wird es per FastCGI (oder für Nostalgiker alternativ auch per CGI) wie in der Dokumentation beschrieben: Setting up PHP with Lighttpd.
    FastCGI ist eine sehr flexible Schnittstelle und bietet diverse Vorteile gegenüber der unter Apache gern genutzten mod_php-Variante. Eine davon ist das Setzen verschiedener Sockets für jeden vhost, die alle unter verschiedenen Usern laufen und auch sämtlich eigene PHP-Konfigurationsdateien (php.ini) besitzen können. Eine sehr ausführliche Anleitung findet sich in den Lighty-HOWTOs: Set up FastCGI and PHP with individual user permissions. Eine allgemeine Beschreibung der FastCGI-Schnittstelle ist natürlich auch vorhanden: The FastCGI Interface.
    Als Ergänzung sei noch zu sagen, dass die FastCGI-Schnittstelle natürlich auch für den Apachen existiert.

    Lighttpd hält, was der Name verspricht: es ist ein schneller und leichtgewichtiger Server, in aller Regel sogar schneller als der althergebrachte Apache (bei FastCGI mit APC ist der Apache allerdings manchmal ein winziges bisschen schneller) und auf alle Fälle deutlich schlanker. Er startet schneller und verbraucht weniger Ressourcen und verfügt dabei über eine äußerst mächtige Konfigurationssyntax, die der des großen Platzhirsches weit überlegen ist.
    Lighttpd ist somit eine ernstzunehmende Alternative und ich als Nikolaus kann sagen: ich nutze ihn nur noch.


  • #2
    super

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