Abgesehen davon das meine Software Open-Source und Lizenzüberwachung für mich kein Thema ist:
Ein Lizenzsystem welches auch funktioniert ist nicht zwangsläufig kompliziert.
Aber: statt veraltete Lizenzsysteme nachzuahmen, die schon Offline nie richtig funktioniert haben, sollte man Lizenzmodelle wählen, die auch zur Onlinewelt passen.
Solange man eine Lizenz wählt, die nicht grundsätzlich Nutzungsrechte oder Kopien, sondern Support oder Updates verkauft funktioniert das gut. Auch sollte man nicht die Anzahl der parallelen Installationen, sondern die Zahl der Verbindungsversuche zum Server limitieren. In gewisser Weise funktionieren Konzepte wie der Apple-AppStore ähnlich, wobei deren Lizenzmodell von einer geschlossenen Plattform ausgeht.
Technisch ganz leicht: der Kunde erhält zuerst nur das Installationsprogramm. Bei der Installation oder Updates lädt dieses vom Server den echten Quellcode nach und registriert die Software. Ob man wie bei Apple für verschiedene Updates unterschiedlich viel oder pro Verbindung pauschal zahlt, hängt von der Implementierung ab. Für die Nutzung der Software braucht man den Server danach nicht mehr. Aber: immer wenn der Kunde wieder neue Software ziehen möchte, muss er diese erneut vom Server anfordern und sich dabei mit seiner Lizenz authentifizieren.
Da sämtlicher Code zur Überwachung der Lizenzen auf dem fremden Server liegt, kann man ihn auch nicht manipulieren.
Sind die Bedingungen der Lizenz so gestaltet, dass sie sich bei Gebrauch "abnutzt", gibt es keinen Anreiz den Auth-Schlüssel zu kopieren. Das Verbindungslimit kann man ja so wählen, dass ein einzelner Kunde nie in Probleme kommt, drei oder vier gleichzeitige Nutzer hingegen schon.
Es sollte dabei klar sein, dass man jedes technische System immer umgehen kann. Es geht also nicht um absolute Sicherheit, sondern um das Erschweren eines absichtlichen, massenhaften Lizenzbruches, OHNE echte Kunden irgendwie zu belästigen, zu bespitzeln oder Funktionalität bzw. Geschwindigkeit der Software einzuschränken. Das heißt: man nimmt wissentlich in Kauf, dass einzelne Personen die Lizenz mit einigem Aufwand umgehen können.
Fazit: die Wahl der richtigen Lizenz ist besser als eine unpassende Lizenz anschließend mit komplizierter Technik verteidigen zu wollen.
Weil ich aber meine Software sowieso immer als Open-Source herausgebe, habe ich das Problem natürlich grundsätzlich nicht.
@Manko10 sorry, ich habe deinen Text zu spät gesehen. |